
Datum: Freitag, 18. Mai 2012
Strecke: 18 km, davon 3 gelaufen
über Berg am Laim und Marienplatz.
Im Buch findest Du diese Etappe in Kapitel 4 auf Seite 26.
Zur Mittagszeit stellte ich mich am Marienplatz mit meinem Wagerl und der Trommel auf. Ich wollte Aufmerksamkeit wecken – doch es funktionierte nicht. Ohne sehen zu können, ob jemand stehen blieb, trommelte ich ins Ungewisse. Nur vier Menschen sprachen mich an. Da wurde mir klar: Diese Idee trug nicht.
Enttäuscht packte ich zusammen und machte mich auf den Weg Richtung Stachus. In der Fußgängerzone war das Navigieren durch die Menschenmenge fast ein eigenes Abenteuer. Ein Passant bot an, mich zur S-Bahn zu begleiten. Er hatte meinen Flyer gelesen, und unterwegs entwickelte sich ein intensives Gespräch über Geld, Eigentum, Freiheit und Verantwortung.
Er meinte, der Kapitalismus werde in den nächsten Jahrzehnten verschwinden. Ich antwortete, dass ich glaube, es könne schneller gehen. Wir sprachen über die Aufgabe, Kindern nicht Besitzansprüche aufzudrücken, sondern sie auf ihrem eigenen Weg zu begleiten – und über die Weisheit der Lakota: so zu leben, dass auch die siebente Generation nach uns eine lebenswerte Welt vorfindet.
Es war eines jener Gespräche, die nicht geplant sind – und die bleiben.
Das Thema Geld sollte mich noch weiter begleiten. In Frankfurt – bei Etappe 20 – würde es erneut in den Mittelpunkt rücken.
Nach einer kurzen Einführung zu meiner Wanderung entstand eine warme, offene Gesprächsrunde. Immer wieder hörte ich Sätze wie: „Ich kann ja doch nichts machen.“ Diese Resignation berührte mich – und ich entgegnete, dass selbst ein kleiner Schritt etwas in Bewegung bringen kann.
Ein besonders schönes Projekt des Zentrums ist der „Treffpunkt Internationaler Garten“, das es heute noch gibt:
» Haben Sie Lust auf frisches Gemüse? Freude am Gärtnern, aber kein Beet? Und vielleicht darüber hinaus Interesse Familien im Stadtbezirk kennen zu lernen? Dann könnte der „Treffpunkt internationaler Garten“ das Richtige für Sie sein.
Im „Treffpunkt internationaler Garten“ versorgen sich derzeit 18 Familien und Einzelpersonen unterschiedlichen Alters aus 5 Nationen mit gesundem Beerenobst, Gemüse und Kräutern. Auf einer zentral gelegenen Fläche in München-Neuaubing bepflanzt und pflegt jeder sein eigenes Beet mit Pflanzen ganz nach eigenem Geschmack und Vorlieben.
Für Fragen rund um Schnecken und Quecken, um Kompost und Krümel können die Gärtner auf die fachkundige Hilfe der Projektleiterin Ulrike Wagner bauen, die über umfassende Erfahrung im Gärtnern und in der Gruppenleitung verfügen und Sie gerne unterstützen.
Aber auch das Wissen der TeilnehmerInnen ist gefragt: Sie kommen aus verschiedenen Kulturen und bereichern den internationalen Garten durch ihre neuen Pflanzensorten und Anbaumethoden, und bei einem gemütlichen Plausch von Beet zu Beet werden so oft nicht nur Pflanzen und Kochrezepte ausgetauscht, sondern auch interessante neue Kontakte geknüpft.
Gemeinsame Arbeitstage fördern den Kontakt und enden nicht selten in einem spontanen gemeinsamen leckeren Gartenpicknick. Ein Sommerfest und Erntedank wollen wir gemeinsam feiern, über eine Pflanzenbörse und „Zaungespräche“ wird der Kontakt zum Stadtteil hergestellt. Die jährlichen Kosten für ein Beet von 20 Quadratmeter sind gering: Pacht und Wasserkosten werden auf alle TeilnehmerInnen umgelegt. Eine einmalige Kaution von 25.- Euro wird nach dem Abräumen der Beete zurückgezahlt. Ein Grundstock an Gartenwerkzeugen sowie Wassertanks sind vorhanden.«
Hier werden auch regelmäßig die Kinder einbezogen. Nachdem sie anfänglich eher ablehnend waren, weil sie all‘ diese Pflanzen und Erde und Insekten nicht kannten, kommen sie jetzt immer gerne in den Garten.
Dieses alte revolutionäre Studenten- und Volkslied haben wir spontan beim Treffen im Mütter-Kinder-Tageszentrum in Aubing gesungen. Hier zunächst die Originalfassung und dann eine Interpretation von Konstantin Wecker.
Rundfunk-Jugendchor Wernigerode im März 2012
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschiessen
Mit Pulver und Blei, die Gedanken sind frei!
Ich denke was ich will und was mich beglücket,
Doch alles in der Still´, und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei! [Bluesharp
Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
Das alles sind rein vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreissen die Schranken
Und Mauern entzwei, die Gedanken sind frei!
Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
Und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
Und denken dabei: Die Gedanken sind frei!
Und denken dabei: Die Gedanken sind frei!
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie fliehenvorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.
Die Gedanken sind frei,
so heißt es schon lange,
trotz Knechtschaft und Tyrannei.
Wir waren nicht bange,
und konnten im Herzen
stets lachen und scherzen
und dachten dabei:
die Gedanken sind frei.
Die Gedanken sind frei,
doch jetzt hab ich Bedenken.
Es gibt da so mancherlei,
damit kann man sie lenken.
Es gibt da so Maschen,
da kann man sie waschen,
und schon eins, zwei, drei
sind sie nicht mehr ganz so frei.
Die Gedanken sind frei,
so frei wie die Presse.
Und denkst du, dass es anders sei,
dann gibt´s auf die Fresse.
Sie wollen dich lenken,
dein Wissen und Denken,
und vielleicht schon im nächsten Mai
kommt die Gedankenpolizei.
Und vielleicht schon im nächsten Mai
kommt die Gedankenpolizei.
Denn ob CI- oder NSA,
sie liegen auf der Lauer.
If You don´t go the right way,
ja da werden sie sauer.
Sie bringen sie zum Schwanken,
deine eigenen Gedanken,
und du glaubst so nebenbei,
die Gedanken wären frei.
Die Gedanken sind frei,
solang sie nicht stören,
doch auf Verderb und Gedeih
weißt du, wem sie gehören.
Monsanto und Banken
und den Öllieferanten,
den Algorithmen von Google,
besser gib dir die Kugel,
dann ist alles vorbei -
die Gedanken waren frei.
Dann ist alles vorbei -
die Gedanken waren frei.
https://www.youtube.com/watch?v=cvcTOxXz3gU