Etappe 30: Aachen → Heerlen (Niederlande)

Datum: Dienstag, 26. Juni 2012
Route: Aachen → Vaals (NL) → Simpelveld/Hüls → Voerendaal → Heerlen
Strecke: 29 km, davon 21 gelaufen
Im Buch: Kapitel 11, Seite 73


Alte Römerstraße bei Vaals auf leicht ansteigendem Weg durch offene LandschaftEhemaliger Grenzübergang „Kleine Wache“ bei Vaals ohne sichtbare Kontrolle

Bei meiner Routenplanung hatte ich beschlossen, nicht auf direktem Wege nach Brüssel zu gehen, sondern einen Schlenker nach Maastricht zu machen, das ja eine wichtige Station für Europa war.
So bin ich zunächst mit dem Bus nach Vaals gefahren. Das liegt bereits in Holland. Vom Grenzübergang war nichts zu bemerken – kein Zoll, keine Passkontrolle.
Von dort konnte ich gleich die guten Radwege in Holland genießen. An einem Kreisverkehr half mir eine Frau, die extra angehalten hatte. Kurz danach kehrte ein Radfahrer um, nachdem er mich überholt hatte, um mich ein Stück zu begleiten.
 
Offene Landschaft vor Heerlen mit weitem Blick bis zur Stadt am Horizont
In Simpelveld/Hüls kamen mir meine Gastgeber Kim und Mart entgegen. Sie begrüßten mich ganz herzlich und Mart begleitete mich auf der zweiten Hälfte des Weges. In Voerendaal trafen wir einen Fotografen vom Limburger Dagblad, den sie kontaktiert hatten, um Fotos zu machen.
 
AWACS-Aufklärungsflugzeug der NATO im Tiefflug über Südlimburg
Ich hatte schon vor unserem Zusammentreffen mehrmals ein langsam und tief fliegendes Düsenflugzeug gehört und fragte Mart, ob Heerlen oder Maastricht einen Flughafen habe. Er klärte mich auf, dass sich um AWACS-Maschinen handele, die von einer nahen Basis aus immer im Kreis fliegen, kurz landen und gleich wieder starten. Er meinte, dass dies Übungsflüge seien; ich vermute vielmehr, dass bei der kurzen Landung die aufgenommenen Daten übermittelt werden…
 
Entspannende Fußmassage zur Begrüßung
Kim und Mart wohnten in einem kleinen Reihenhäuschen und wir machten es uns auf der Terrasse gemütlich. Nach den kalten Tagen der letzten Woche war es sehr angenehm, in der Sonne zu sitzen. Kim verwöhnte mich mit einer Fußmassage und einem leckeren Abendessen und anschließend kam der junge Reporter vom Dagblad zum Interview.
Später kam noch ein Freund, der – wie meine Gastgeber auch – schon sehr informiert ist, was in der Welt so geschieht. Wir kamen dann sehr schnell an den Punkt, wo wir das Gespräch wieder auf die positiven Gedanken an die Zukunft lenkten, so wie wir sie gestalten wollen.
 

An der Route

Ich bewegte mich nun schon seit einiger Zeit immer wieder auf römischen Wegen. Auch in Heerlen trafen wieder mehrere zusammen. Hier kreuzten sich die wichtigen Militär- und Handelsstraßen in Ost-West-Richtung von Boulogne über Jülich nach Köln (Via Belgica) und in Nord-Süd-Richtung von Xanten über Aachen nach Trier (Augusta Treverorum).
Und auch die römische Badekultur ist immer wieder Thema: Die Aquae Granni in Aachen, ein Badehaus in Voerendaal und thermae in Coriovallum (Heerlen).
 

Wiederkehrende Muster

Eschweiler und Stolberg hatten mit dem Strukturwandel nach dem Ende der Erz- und Kohleförderung zu tun und haben sich stärker auf Tourismus und Kultur (Karneval) ausgerichtet.
In Aachen dominiert der Dom als Zeichen früherer Macht.
In Heerlen zeigt sich erneut der Strukturwandel nach dem Ende des Bergbaus, und auch hier rückt mit dem Streetart-Festival die Kultur in den Vordergrund.
Und in Maastricht, meinem nächsten Ziel, haben wir wieder die europäische Machtsymbolik, diesmal aus der Gegenwart.
 
Glaspaleis in Heerlen mit moderner Glasfassade neben Kirche und Musikschule
Ein interessantes Gebäude in Heerlen ist das 1935 erbaute Glaspalais. Das luftig-durchsichtig wirkende siebenstöckige Gebäude war ursprünglich ein Kaufhaus. Heute beherbergt es ein Architekturzentrum, eine Kunstsammlung, eine öffentliche Bibliothek und eine Musik- und Tanzschule.