Datum: 3. Juni 2012
Strecke: 22 km, davon 12,5 gelaufen
Route: Berolzheim · Rosenberg · Sindolsheim · Buchen · Hollerbach
Im Buch: Kapitel 7, Seite 47
Das Bauland, in dessen Mitte Rosenberg liegt, gehört zu den alten Siedlungslandschaften Süddeutschlands. Archäologische Funde zeigen, dass Menschen hier bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. lebten. Auch aus der Bronzezeit und der Eisenzeit wurden zahlreiche Spuren entdeckt.
Um 155 n. Chr. drangen die Römer bis in diese Region vor. In Osterburken, nur wenige Kilometer entfernt, entstand ein Kastell am Obergermanisch-Rätischen Limes. Die Ländereien um Rosenberg lagen damals knapp östlich dieser römischen Grenzlinie, also im Gebiet der freien germanischen Stämme.
Typisch für das Bauland ist bis heute ein besonderes landwirtschaftliches Produkt: Grünkern.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1660. Der Überlieferung nach entstand Grünkern aus einer Notlage.
Mehrere Jahre hintereinander hatten schlechte Wetterbedingungen zu Missernten geführt. Auch in jenem Sommer wollte der Dinkel wegen mangelnder Wärme nicht ausreifen. Um wenigstens einen Teil der Ernte zu retten, schnitten die Bauern die noch grünen Ähren ab und trockneten die Körner in Backöfen.
Der so gedarrte Dinkel – der Grünkern – wurde anschließend entspelzt und zunächst sogar zu Brot verarbeitet. Wirklich überzeugend war das Ergebnis allerdings nicht. Erst als man ihn als Suppeneinlage verwendete, zeigte sich sein eigentliches Potenzial: nahrhaft, haltbar und aromatisch.
Bis heute gilt das Bauland als klassisches Anbaugebiet des Grünkerns. Angebaut wird vor allem die traditionelle Sorte „Bauländer Spelz“. Sogar ein eigener Grünkern-Radwanderweg erinnert an diese regionale Spezialität.
Grünkern - Geschichte, Verarbeitung und Rezepte
Der Grünkern-Radweg im Odenwald
Bei Sindolsheim sprach mich Jürgen an. Er arbeitet im Wald, lebt mit seiner Familie in einem Haus mit großem Garten und hält Hühner, zwei Schafe, zwei Esel und einige Katzen.
Vieles baut er selbst an: Gemüse aus dem Garten und außerdem Grünkern in Bioqualität, den er verkauft. Holz aus dem eigenen Wald heizt die Öfen, auf dem Dach arbeitet ein Solarkollektor.
Durch diese Mischung aus Selbstversorgung, Landwirtschaft und Handwerk hat er sich ein gutes Stück Unabhängigkeit aufgebaut.
Auch bei Buchen begegnet man wieder der römischen Geschichte der Region.
Der Obergermanisch-Rätische Limes war ein rund 500 Kilometer langes Grenzsystem mit Wachtürmen, Palisaden, Gräben und Kastellen. Er reichte vom Rhein bei Rheinbrohl bis zur Donau.
Ein Abschnitt dieser Grenze verläuft am Ostrand des heutigen Stadtgebiets von Buchen und zieht weiter nach Osterburken, wo sich eines der bedeutenden Kastelle dieser Region befand.

Die Aktion alla hopp! ist ein Angebot für alle und verbindet Jung und Alt durch die Freude an der Bewegung.
Die Dietmar Hopp Stiftung errichtete dazu einen generationsübergreifenden Bewegungs- und Begegnungsraum im Herzen der Stadt Buchen.
Die Anlage umfasst einen Bewegungsparcours für Jedermann, einen Kinderspielplatz, einen naturnahen Spiel- und Bewegungsplatz für Kinder im Schulalter und einen Parcours für jugendliche Sportler.
Die alla hopp!-Anlage ist kostenfrei für alle Generationen nutzbar. Hier zählen der Spaß an der Bewegung und der Begegnung. Die Stadt Buchen stellte das Grundstück zur Verfügung und sorgt für die Instandhaltung der Anlage.
Zur offiziellen Internetseite der Förderaktion "alla hopp!"

Der „Sohn des Hauses“, wie er sich selber schmunzelnd nannte, erzählte beim Einchecken die Geschichte des Hotels.
Sein Vater war tatsächlich noch Schmied. In den 60er Jahren, als immer mehr Traktoren aufkamen, hat er dann begonnen, Landtechnik zu verkaufen. Seine Söhne sind in dieses Geschäft eingestiegen und der Bruder meines Gastgebers baut inzwischen Biogasanlagen für die Landwirtschaft.
„Damit die Frauen was zu tun haben hat der Vater eine kleine Pension eingerichtet. Anfangs hatten wir auch noch Tiere und so kamen oft Familen, um Ferien auf dem Bauernhof zu machen.“
Immer wenn Geld übrig war, wurde die Pension erweitert. Die Tiere wurden abgeschafft und es kamen nun immer mehr Reisegesellschaften. Doch nun geht der Trend wieder mehr zu Familenurlaub…
Die Mutter ist mit 81 Jahren noch immer munter dabei. Und es werden auch Behinderte aus der örtlichen Einrichtung beschäftigt.

Seine Vorfahren waren von 1772 bis 1969 mit der Dorfschmiede am Ortseingang Anlaufstelle für die heimischen Landwirte.
Zur Internetseite vom Hotel zur Schmiede